Islandhund | ||
Die Vorfahren des lslandhundes waren zur Jagd verwendete Hunde keltischer und germanischer Sippen, die im 7. Jahrhundert aus Irland und Schottland und später auch aus Norwegen kommend Island besiedelten. Der Islandhund ist ein reiner Treib-, Hüte- und Haushund, wobei gesagt werden muß, daß die Isländer ihre Hunde nicht mit ins Haus nehmen. Islandhunde werden als Arbeitshunde zu mehreren gehalten und ausschließlich auf ihre Eignung dafür gezogen. Den isländischen Bauern und Viehzüchtern sind sie unentbehrliche Helfer. Aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten müssen diese Hunde hohen Anforderungen an Robustheit, Ausdauer, Anspruchslosigkeit und Gehorsam genügen. Sie müssen flink und mutig sein, wenn die Viehherden oft viele Tage durch unwegsames Gelände, reißende Flüsse und Geröllfelder bei extremen Witterungsbedingungen unterwegs sind. lhr Arbeitseinsatz ist immer von denjenigen gerühmt worden, die Hunde in Island kennengelernt haben und einige von ihnen mitbrachten. Eine Hundehaltung, wie wir sie kennen, ist in Island nicht üblich. Frei an den Gehöften gehalten, dürfen sie keinen aggressiven Charakter haben ; bissige Hunde wurden von jeher getötet. Inzwischen bei uns gesammelte Erfahrungen lassen durchaus auf eine ausgesprochene., Eignung als Familienhund in der Wohnung schließen. Ihre enorme Anpassungsfähigkeit, entwickelt während vieler Jahrhunderte harter Lebensbedingungen, macht sie bei uns nun auch zu angenehmen Hausgenossen. Ausgesprochen gutartig und freundlich, sind lslandhunde für den Umgang mit Kindern besonders geeignet. Eine Notiz aus dem Jahre 1650 besagt, daß Islandhunde von den Engländern als besondere Schoßhunde sehr begehrt waren. Daß sie trotzdem als Rasse zu keinem großen Ruhm gelangten - denn der lslandhund war in keinem kynologischen Fachbuch bis 1978 aufgeführt - ist vermutlich auf die niedere gesellschaftliche Stellung seiner Züchter und Halter, nämlich Bauern, zurückzuführen. Noch rudelbezogen hängen sich die lslandhunde voller Hingabe an ihre Menschen, lernen schnell und willig, und es ist eine Freude, mit ihnen umzugehen. Sie sind nicht gern allein und vertragen sich gut mit allen Haustieren. Trotz ihrer Robustheit und Vitalität sind sie ausgesprochen sensibel und sollten konsequent, aber ohne Härte erzogen werden. Als Schutzhunde nicht geeignet, sind sie jedoch zuverlässige Wachhunde. Eine Eignung zur Jagd ist ihnen sicher grundsätzlich nicht abzusprechen. Da es jedoch auf Island seit langem weder Wald noch Wild gibt, ist ihre einstige diesbezügliche Prägung zugunsten der Treib- und Hüteeigenschaften verkümmert.
Die ersten lslandhunde kamen durch unsere Pferdeeinkäufer zu uns, die sie auch hier in etwa so halten konnten, wie die Isländer es taten. Einige von ihnen und ihren Nachkommen sind der Stamm, aus dem bei uns inzwischen auch ausgezeichnete Tiere gezogen worden sind. Ihre Haltung im Haus bringt keine Probleme. Familienanschluß entspricht ihrem geselligen Wesen. Islandhunde werden seit 1981 im Deutschen Club für Nordische Hunde zuchtbuchmäßig geführt, sind von der F.C.I. als Rasse anerkannt und werden seither in Deutschland nach internationalen Richtlinien gezüchtet. Islandhunde sind zwischen 38 und 46 cm groß. Ihr Fell ist sehr dicht, glatt und hat schöne Farbnuancierungen. Helle bis fuchsfarbene Hunde sind am häufigsten, dunklere seltener. Sie brauchen keine Fellpflege, wenn sie draußen gehalten werden; beim Fellwechsel sollte das abgestoßene Haar ausgebürstet werden. Der breite Kopf mit den tief angesetzten spitzen Ohren hat einen markanten, relativ kurzen Fang mit dunkler Nase und ausdrucksvollen dunklen Augen. Die buschige Rute wird über dem Rücken gebogen getragen. Rassetypisch sind die teilweise doppelten Wolfskrallen, die nicht entfernt werden sollten. |
||
![]()
zurück | Homepage | Inhalt | Änderungen
© 2001 Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.
aktualisiert: Donnerstag, 20. September 2001