Nordische Jagdhunde




Zu den nordischen Jagdhunderassen zählt man den grauen und den schwarzen Norwegischen Elchhund, den Lundehund (Heimatland Norwegen), den Jämthund (der schwedische Elchhund), den Norbottenspets (Heimatland Schweden), den Finnenspitz, den Karelischen Bärenhund (Heimatland Finnland) sowie die russisch-europäische, die westsibirische und die ostsibirische Laika (Heimatland ehemalige Sowjetunion).

Vor allem die kleineren Rassen wie Finnenspitz, Norbottenspets und Lundehund gelten als Spezialisten für die Vogeljagd, während die übrigen Rassen vor allem auf EIch, Hirsch, Reh und Schwarzwild, aber auch auf Luchs, Bär, Wolf, Dachs und Vielfraß eingesetzt werden.

Die nordischen Jagdhunde haben nicht nur den typischen Körperbau der nordischen Hunde, sie weisen auch weitgehend die gleichen Wesensmerkmale auf. Ihre auffallende Menschenfreundlichkeit, besonders gegenüber der betreuenden Familie, ist faszinierend. Sie sind zäh, ausdauernd, unempfindlich gegen Witterungseinflüsse und relativ anspruchslos.

Ihre herausragenden Eigenschaften sind die hohe jagdliche Passion und ihr Mut beim Stellen und Halten des Wildes. Trotz ihrer Selbständigkeit und Eigenwilligkeit sind sie bei richtiger und konsequenter Erziehung und Führung ihrem Herrn treu ergeben und folgen aufs Wort.

Der nordische Jagdhund verfolgt das Wild stumm. Erst nach dem Stellen beginnt er laut und ausdauernd zu bellen und ruft dadurch den Jäger zum Schuß heran. Flieht das Wild, verfolgt er es wiederum lautlos, um es, erneut gestellt, nochmals zu verbellen. Auf solche Weise als "Loshund" eingesetzt, arbeitet der Hund vollkommen selbständig. Dabei hält er ständig Kontakt zu seinem Jäger durch Rapportieren im Abstand von etwa zwanzig Minuten und führt ihn so an das Wild heran.

Die Zuchtauswahl in den Heimatländern richtet sich vor allem nach den Gesichtspunkten der Brauchbarkeit und der Leistungsfähigkeit. Diese Kriterien bestimmen auch weitgehend den Körperaufbau und die Psyche der Hunde. In den Heimatländern sind sie also in erster Linie Arbeitstiere und Spezialisten ihres Faches. Allerdings trifft man sie auch dort mehr und mehr als Haus-, Familien- und überwiegend Ausstellungshunde an. Zum Erlangen eines internationalen Championat's ist neben den Anwartschaften die Jagdprüfung notwendig.

Wer sich zum Kauf eines nordischen Jagdhundes entschließt, muß berücksichtigen, daß sein Hund beschäftigt werden muß. Am natürlichsten wäre der Einsatz bei der Jagd. Ist dies nicht möglich, kommen als Ersatzbeschäftigung ausgedehnte Spaziergänge, Fahrradtouren, aber auch Gehorsams- und Geschicklichkeitsübungen und ein Einsatz als Rettungs- und Lawinensuchhund in Betracht.

Der nordische Jagdhund ist kein Zwingerhund, der ausschließlich draussen gehalten werden kann. Die Jagdhunde sind sehr menschenbezogen. Man kann allenfalls, bei Abwesenheit, den Hund für einige Stunden in den Zwinger geben, doch dann benötigt er ausschließlich die menschliche Zuwendung. Kann man seine Anforderungen erfüllen, holt man sich einen Freund und "Kumpel" ins Haus, der nicht nur der eigenen Familie viel Freude bereitet, sondern dank seines Aussehens und seines ausgeglichenen, freundlichen Verhaltens zumindest Hundefreunde begeistert.

 


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© 2001 Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.
aktualisiert: Donnerstag, 20. September 2001