Norwegischer Buhund



buhund.jpg (99396 Byte)
Norwegischer Buhund, Foto: Asselbergs

Geschichte 

Der Buhund gehört zu den Nordischen Wach- und Hütehunden. Der Name leitet sich von "Bu" = Hof oder Gehöft ab. Bei Ausgrabungen in Norwegen wurde ein Wikingergrab aus dem 10. Jahrhundert gefunden, in dem sich auch sechs Hundeskelette befanden, Vorfahren auch des heutigen Buhundes. Wurde ein Wikinger beigesetzt, legte man ihm auch wertvolle und notwendige Besitztümer des täglichen Lebens mit in das Grab, unter anderem auch Buhunde, die ihm in einem Leben nach dem Tod weiter dienen sollten. Die Rasse wurde erstmals 1913 auf einer Agrar-Ausstellung vorgeführt. Eigene Buhund-Ausstellungen gab es erst in 20er Jahren. 1939 wurde der Norsk Buhundklubb gegründet. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Buhund auch in Europa populärer, wenn auch in Deutschland sein Vorkommen noch sehr spärlich ist.

Verwendung 

In Norwegen wird der Buhund noch immer vielseitig eingesetzt, zum einen als energischer Hüte- und Treibhund bei den Schafherden und zum anderen als zuverlässiger Wächter von Haus und Hof. Im Frühjahr treibt er die Schafherden auf die teilweise hochgelegenen Weiden in den Bergen. Im Herbst werden die Schafe in einer Gemeinschaftsaktion von Besitzern und Buhunden in den Bergen gesammelt und auf die Weiden in den Tälern getrieben. Die Hunde arbeiten weitgehend selbständig und auf sich allein angewiesen. Ihr Gebell veranlaßt die Schafe sich vorwärts zu bewegen. Auf den Talweiden hütet der Buhund die Herden. Die helleren Buhunde wurden bevorzugt in jenen Regionen eingesetzt, in denen sie sich sichtbar vom Hintergrund (Bäume, Felsen) abhoben, speziell in den westlichen Regionen, in den Regen und Nebel die Sicht behinderten. Die dunkleren Buhunde wurden manchmal auf den schneebedeckten Hochebenen bevorzugt. Als Hofhund bewacht er zuverlässig sein Territorium. Aufmerksam meldet er jede Veränderung.

Rassestandard 

Der Norwegische Buhund ist ein Spitztyp von mittlerer Größe, leicht gebaut, mit einem kurzen kompakten Körper. Sein kurzes glattes Fell liegt dicht an und weist den typischen Doppelmantel aus harschem längerem Deckhaar und weichem, dichtem Unterfell auf. Der Kopf ist schlank, jedoch breit zwischen den Ohren. Der Schädel ist relativ flach mit nicht besonders ausgeprägtem Stop. Die Ohren sind spitz und aufgerichtet. Die Augen sind dunkelbraun und von lebhaftem und furchtlosem Ausdruck. Der Rumpf ist kraftvoll und kurz. Die Brust ist tief mit gut gewölbten Rippen, der Rücken gerade und der Bauch leicht aufgezogen. Die Rute wird fest gerollt über dem Rücken getragen. Die häufigste Farbe ist weizenfarbig, jedoch kommen auch hellrot, wolfsable und schwarz vor. Kleinere weiße Abzeichen sind erlaubt.

Eigenschaften 

Als aufmerksamer Hund eignet er sich auch hierzulande als Wachhund. Seine Anhänglichkeit und Liebe zu den Menschen machen ihn zu einem gut geeigneten Familienhund. Er ist ein geeigneter Spielkamerad für Kinder, verträgt sich aber nicht immer gut mit anderen Hunden. Robust, arbeitseifrig und intelligent eignet er sich für sportliche Aufgaben. Bei Agility und Obedience hat der Buhund im Ausland schon beachtliche Erfolge verzeichnen können. Er benötigt konsequente, aber liebevolle Erziehung. Wie viele andere sehr auf den Menschen bezogene Rassen erträgt der Buhund die Abwesenheit seiner Menschen nur schwer. Daher ist eine frühe Gewöhnung an das Alleinsein notwendig.

Besonderheiten 

Seine Familie sollte viel Zeit für Spiel, Zuwendung und Beschäftigung mitbringen, um dem aktiven Wesen des Buhundes gerecht zu werden. Ohne ein Kläffer zu sein, gilt der Buhund wie fast alle Nordischen Wach- und Hütehunde als bellfreudig. Der Buhund ist auch heute noch ein robuster, gesunder Arbeitshund, der sich gut an seine Lebensumstände anpaßt, wenn Körper und Geist bewegt werden.


zurück | Homepage | Inhalt | Änderungen


© 2001 Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.
aktualisiert: Donnerstag, 20. September 2001