Västgötaspets



Västgötaspets, Foto: Ellsel
Västgötaspets, Foto: Ellsel

Geschichte 

Der Västgötaspets oder Schwedischer Vallhund ist eine alte skandinavische Hütehundrasse, die große Ähnlichkeit mit dem englischen Welsh Corgi Pembroke aufweist. Jedoch sind beim Västgötaspets die Beine länger und der Rücken kürzer. In welche Richtung und ob ein Einfluß wirksam war, ist unter Kynologen umstritten. Der Västgötaspets stammt in seiner heutigen Form aus der Provinz Västgöta, wo er in den 40er Jahren von Graf Björn von Rosen und Karl Gustav Zettersten wiederentdeckt und durch ein planvolles Zuchtprogramm vor dem Aussterben bewahrt wurde. Der Rassestandard wurde 1943 vom schwedischen Züchterverband anerkannt.

Verwendung 

Der Västgötaspets wird als Treib- und Hütehund bei Kühen und Schafen eingesetzt. Seine niedrige Schulterhöhe ermöglicht es ihm, sich unter den ausschlagenden Hufen blitzschnell wegzuducken und durch den Griff zu den Fesseln die Herden vorwärts zu treiben. Furchtlos und voller Energie widmet er sich seiner Arbeit. Auf den Höfen erfüllt der Västgötaspets seine Aufgabe als Wachhund. Wachsam aber ohne Aggression meldet er alle Veränderungen. Er beweist auch sein Geschick bei der Jagd auf Ratten und Mäuse. Obwohl er heute vorwiegend als Familienhund gehalten wird und auf Hundeausstellungen hauptsächlich sein Äußeres prämiert wird, gibt es in verschiedenen Ländern Bestrebungen, auch seine Hüteeigenschaften zu erhalten und zu fördern.

Standard 

Der Västgötaspets ist ein kleiner kurzläufiger, aber kräftiger Hund. Seine äußere Erscheinung ist die eines wachsamen, lebhaften und energiegeladenen Hundes. Das Verhältnis von Widerristhöhe zu Körperlänge beträgt 2 : 3. Der Kopf ist ziemlich lang und trocken mit fast flachem Schädel und betontem Stop. Lefzen anliegend; Nase schwarz; Augen oval und dunkel. Die Ohren sind mittelgroß, spitz und werden aufrecht getragen. Der Rücken ist gerade, die Brust lang und tief; die Unterlinie leicht aufgezogen. Bei der Rute gibt es 2 Formen: die natürliche Stummelrute (ca. 10 cm lang) und die lange, über dem Rücken aufgerollte Rute. Das Haarkleid besteht aus mittellangem, harschem und dichtem Deckhaar und weicher, dichter Unterwolle. Erwünschte Farben sind grau, graubraun, graugelb und rötlichbraun. Weiße Abzeichen sind erlaubt als Blesse, im Nacken, an der Brust sowie an Vorder- und Hinterläufen, dürfen 30 Prozent jedoch nicht überschreiten.

Eigenschaften 

Die Eignung zur Arbeit ist dem Västgötaspets angeboren. Aufgrund seiner Intelligenz und Bewegungsfreude eignet er sich auch für Hundesport (Agility o.ä.). Sein freundliches und anhängliches Wesen macht ihn zu einem anpassungsfähigen Familienhund, der sich auch gut mit Kindern und anderen Tieren verträgt. Wegen seiner Lebhaftigkeit braucht er jedoch genügend Auslauf und geistige Beschäftigung. Wachsam und bellfreudig meldet er auch jede Veränderung seiner Umgebung. Der Västgötaspets ist ein von Natur aus sauberer Hund. Regelmäßiges Bürsten besonders während des Fellwechsels ist ausreichend.

Besonderheiten 

Als großer Hund im Kleinformat erfordert seine Erziehung liebevolle Konsequenz. Sein Besitzer sollte seinen nordischen Dickschädel nicht unterschätzen. Da der Västgötaspets seine Gefühle oft mit Bellen unterstreicht, sollte der Halter im Junghundealter auf diese oft als störend empfundene Eigenschaft einwirken. Der Västgötaspets ist eine noch sehr gesunde Rasse und hat daher eine hohe Lebenserwartung von etwa 15 Jahren.


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© 2001 Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.
aktualisiert: Donnerstag, 20. September 2001