Text entnommen aus einer VDH-Broschüre
Für den "modernen Hund" sind wir Menschen Rudelgenossen und infolgedessen wenden sie ihre natürlichen Zärtlichkeits- und Zuneigungsgesten bei uns Menschen an. Verhaltensforscher haben festgestellt, daß die meisten Liebesbeweise von Hunden aus ihren Kindertagen stammen.
Das Hochspringen und Gesicht ablecken an ihren Lieblingsmenschen ist eine Begrüßungsgeste, die der Hund als Welpe gelernt und praktiziert hat. Wenn Mutter oder Vater mit Nahrung nach Hause kamen, sprang er an diesen hoch. Da Haushunde ihr Leben lang Kind bleiben, haben sie diese Geste nie abgelegt. Zur Hundeerziehung gehört deshalb, daß man das an einem in ein vor einem Hochspringen verwandelt.
Auch ist das Pfotengeben eine Angewohnheit aus der Kinderzeit. Nämlich eine Bettelgeste, mit der zunächst die noch blinden Welpen gegen die Zitzen der Mutter treten (Milchtritt) und später versuchen, mit den Pfoten das Futter aus dem Maul der Mutter zu reißen. Daraus ist für unser Empfinden das Männchenmachen geworden, das "bitte bitte" bedeutet.
Leckt der Vierbeiner uns die Hand, wissen wir, daß er uns als geliebter Boß anerkennt. Für ihn wird die Hand des Menschen zur Ersatzschnauze des stärkeren Rudelmitgliedes. Man sollte ihn ruhig lecken lassen, sich danach aber gründlich die Hände waschen. Ein echter Zärtlichkeitsbeweis ist es, wenn uns der Hund - je nach Größe - seinen Kopf oder seine Pfote aufs Knie legt. Diese Geste ist in ihrer ursprünglichen Form Teil des Liebesrituals zwischen Rüde und Hündin. Hundefreunde, die die Hundesprache -insbesondere die der Zärtlichkeit - verstehen, und dabei ihren Vierbeiner so erziehen, daß er seine Liebesbeweise nicht übertreibt, seine Meute damit überschüttet oder gar terrorisiert, werden viel Freude mit ihm haben.
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aktualisiert: Dienstag, 18. August 1998